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Macht ein VPN das Internet schneller?

Fakten zuletzt geprüft am

Nein. Ein VPN bringt Verschlüsselung und einen Umweg über seinen Server mit, daher wird Ihre Verbindung meist etwas langsamer, außer Ihr Internetanbieter drosselt einen bestimmten Dienst.

Was das Problem stattdessen löst

  • Testen Sie Ihre Geschwindigkeit zuerst ohne VPN, wenn möglich am Netzwerkkabel: Ist sie auch dort langsam, liegt es an Ihrem Tarif, Ihrem WLAN oder Ihrem Router.
  • Ist Ihr Anschluss dauerhaft langsamer als im Vertrag zugesagt, messen Sie mit der Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, am Netzwerkkabel und mit ausgeschaltetem VPN. Das Nachweisverfahren dort ist der Beleg gegenüber Ihrem Anbieter, ein VPN hilft dabei nicht.
  • Langsames WLAN: Gehen Sie näher an den Router oder nutzen Sie ein Netzwerkkabel.
  • Sie nutzen bereits ein VPN und es wirkt langsam: Wählen Sie einen Server in Ihrer Nähe oder wechseln Sie in den Einstellungen der App zum Protokoll WireGuard.

Die Fakten

ThemaWörtlich aus der QuelleQuelle, geprüft am
Was ein VPN mit Ihrer Geschwindigkeit macht
Jedes VPN wird Ihr Internet in gewissem Maße verlangsamen.
windscribe.com,
Warum: Verschlüsselung
Moderne Geräte bewältigen die Verschlüsselung mühelos, aber sie verbraucht dennoch Ressourcen und fügt eine kleine Verzögerung hinzu.
windscribe.com,
Warum: ausgelastete Server
VPN-Server haben begrenzte Bandbreite und Rechenleistung, sodass bei gleichzeitiger Nutzung durch viele Nutzer eine Überlastung eintritt und die Geschwindigkeit sinkt.
windscribe.com,
Die Ausnahme
Ironischerweise gibt es Fälle, in denen ein VPN Ihre Geschwindigkeit tatsächlich verbessert, besonders wenn Ihr ISP bestimmte Websites oder Dienste drosselt.
windscribe.com,
Was das EU-Recht von Internetanbietern verlangt
Anbieter von Internetzugangsdiensten behandeln den gesamten Verkehr bei der Erbringung von Internetzugangsdiensten gleich, ohne Diskriminierung, Beschränkung oder Störung, sowie unabhängig von Sender und Empfänger, den abgerufenen oder verbreiteten Inhalten, den genutzten oder bereitgestellten Anwendungen oder Diensten oder den verwendeten Endgeräten.
eur-lex.europa.eu,
Langsamer als im Vertrag: die Messung der Bundesnetzagentur
Nutzen Sie die Desktop-App und ermitteln Sie schnell und einfach die Leistung Ihres Internetzugangs und erbringen Sie ggf. den Nachweis einer nicht-vertragskonformen Leistung.
breitbandmessung.de,
Was die Bundesnetzagentur vor der Messung verlangt
Beenden Sie Anwendungen und Einstellungen, die den Datenverkehr über Ihren Anbieter hinweg in ein weiteres Netz leiten, wie z. B. ein Firmennetz/VPN-Verbindungen, ein privates Heimnetz, Freifunk oder ein TOR-Netz.
breitbandmessung.de,

Was wir selbst gemessen haben

Unsere eigenen Messungen zeigen, was der Umweg über einen VPN-Server kostet: die Verbindungszeit mit VPN neben der ohne VPN (in Klammern) und die Download-Geschwindigkeit pro Server.

Wir messen NordVPN selbst: 100 gültige Durchläufe an 25 Tagen, vom 8. Oktober 2026 bis 1. November 2026, jeweils neben einem Durchlauf ohne VPN.

ServerDownload (Median)Langsamster DurchlaufDurchläufe ≥ 1 Gbit/sVerbindungszeit
Belgien≥ 1.000 Mbit/s376 Mbit/s30 von 508,1 ms (ohne VPN 5,4 ms)
Niederlande748 Mbit/s407 Mbit/s24 von 505,6 ms (ohne VPN 5,4 ms)

In 100 von 100 Durchläufen lag die Ausgangsadresse im gewählten Land, und in 100 von 100 kamen die DNS-Antworten aus dem eigenen Netz des Anbieters. Der Tunnel bot kein IPv6.

Zweimal täglich gemessen aus einem Google-Cloud-Rechenzentrum in Belgien mit der Standard-WireGuard-Konfiguration des Anbieters: Das testet das Netz, nicht die App und keinen Heimanschluss. Download ist der Median über drei Testserver; die Verbindungszeit ist die Zeit für den Aufbau einer Verbindung zu drei öffentlichen DNS-Diensten. Unser Aufbau kommt nicht zuverlässig über etwa 1.000 Mbit/s, schnellere Durchläufe zählen deshalb als „≥ 1 Gbit/s“. So arbeiten wir · Rohdaten (CSV)

Was ein VPN tatsächlich ändert

Ein VPN verschlüsselt Ihren Verkehr und schickt ihn über seinen eigenen Server. Das gibt Ihnen Privatsphäre gegenüber dem Netzwerk, in dem Sie sich befinden, und zeigt Websites die Adresse dieses Servers, und es kostet etwas Geschwindigkeit. Nur wenn Ihr Internetanbieter einen bestimmten Dienst gezielt drosselt, kann der Umweg schneller sein, weil der Anbieter dann nicht mehr sieht, welchen Dienst Sie nutzen. In der EU verpflichtet das Recht die Anbieter, den gesamten Verkehr gleich zu behandeln, mit Ausnahmen wie angemessenem Verkehrsmanagement und Netzüberlastung. Prüfen, wann sich ein VPN lohnt

Wer sieht was, ohne und mit VPN

Ohne VPN

  1. Sie
  2. Ihr NetzwerkInternetanbieter oder das WLAN von Arbeit, Schule oder Café

    Sieht: welche Websites Sie besuchen und wann. Mit HTTPS nicht, was Sie dort tun.

  3. Die Website

    Sieht: Ihre IP-Adresse und damit ungefähr, wo Sie sind und wer Ihr Internetanbieter ist.

Mit VPN

  1. Sie
  2. Ihr NetzwerkInternetanbieter oder das WLAN von Arbeit, Schule oder CaféVerschlüsselter Tunnel

    Sieht: nur, dass Sie mit einem VPN-Server verbunden sind und wie viele Daten Sie übertragen.

  3. VPN-Serverbetrieben vom VPN-Anbieter

    Sieht: welche Websites Sie besuchen, so wie zuvor Ihr Internetanbieter.

  4. Die Website

    Sieht: die IP-Adresse des VPN-Servers. An Login und Cookies erkennt sie Sie weiterhin.

Was wir nicht geprüft haben

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  • Wie viel Geschwindigkeit ein VPN an Ihrem Heimanschluss kostet: Unsere Messung oben läuft aus einem Rechenzentrum, nicht über einen Heimanschluss; Windscribe nennt im selben Artikel Prozentwerte, die wir hier nicht wiederholen.
  • Ob Ihr Internetanbieter bestimmte Dienste drosselt: Das haben wir für keinen Anbieter gemessen.
  • Die Zitate darüber, wie ein VPN die Geschwindigkeit beeinflusst, stammen von den Hilfeseiten eines einzelnen VPN-Anbieters; andere Anbieter formulieren es anders. Der EU-Text erwähnt VPNs nicht, die Bundesnetzagentur nur als etwas, das Sie vor der Messung ausschalten.

Quellen

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Nächster Schritt

  • Testen Sie Ihre Geschwindigkeit zuerst ohne VPN, wenn möglich am Netzwerkkabel: Ist sie auch dort langsam, liegt es an Ihrem Tarif, Ihrem WLAN oder Ihrem Router.